Grundsätzlich sollte gesagt werden, dass Stressreaktionen des Körpers eine unendlich intelligente Einrichtung der Natur und prinzipiell uns dienlich sind. Leider haben die meisten von uns keinen Alltag, in dem wir eine ausreichende Balance zwischen Aktivität und Erholung halten, weshalb wir öfter Kontakt mit Stressreaktionen haben, als uns lieb ist. Probleme machen nicht die Stressreaktionen im allgemeinen, sondern deren Anzahl und Dauer. Unsere Probleme entstehen durch den lang anhaltenden chronischen Stress.

Sympathikus und Parasympathikus

Wie bereits erwähnt sollten wir eine Balance zwischen Spannung und Entspannung finden. Unser Körper benötigt sowohl das eine wie auch das andere. Parasympathikus und Sympathikus sind Teile unseres Nervensystems und verkörpern eben diese 2 Bereiche in unserem Körper.  Der Parasympathikus als Gegenspieler des Sympathikus stellt den Körper auf Ruhe und Entspannung ein, während der Sympathikus uns in den Aktivitätsmodus bringt.Jetzt Hand aufs Herz: Kannst du mit ruhigem Gewissen behaupten, dass diese bei dir in völligem Einklang sind und sich in absoluter Harmonie befinden? Dann gratuliere. Du bist einer der wenigen Menschen, die der Chance auf ein langes, glückliches, gesundes Leben ein Stückchen näher gekommen sind.

Fight or Flight Modus

Doch bei den meisten Menschen hat der Sympathikus im Alltag wesentlich mehr zu tun als gut für uns ist. Der Sympathikus hilft uns Energie dort bereitzustellen, wo wir diese benötigen. Er verbessert unsere Leistung und optimiert unsere Versorgung, kurz: er bringt uns in den Aktivitätsmodus (Oftmals auch als Fight or flight Modus bezeichnet). Prinzipiell keine schlechte Angewohnheit, aber die Dosis macht das Gift. 

Der Sympathikus steigert durchaus unsere Konzentration, senkt das Schmerzempfinden, sorgt für eine optimale Sauerstoffaufnahme und bringt uns Energie durch den Abbau der Glukose in der Leber. Jedoch wird z.B. die Verdauung gehemmt, Energiereserven des Körpers mobilisiert, Blut von der Peripherie in lebenswichtige Organe gepumpt. Ebenso findet auch eine hormonelle Ausschüttung statt. Adrenalin und Noradrenalin werden als Stresshormone vor allem bei kurzzeitigem Stress freigesetzt. Die Glukokortikoide werden dagegen bei Langzeitstress ausgeschüttet. 

Als wir vor vielen, vielen Jahren bei einem gemütlichen Spaziergang vor einem Säbelzahntiger standen und um unser Leben rennen mussten, machte diese Arbeit vollkommen Sinn. Der Körper wurde durch einen Reiz von außen in Alarmbereitschaft versetzt und der Sympathikus tat, was er tun musste, um unser Überleben zu gewährleisten. 

Doch auch in unserem täglichen Leben beeinflusst uns dieser Mechanismus und startet regelmäßig diese Stressreaktion. Mit dem Unterschied, dass dieses Mal kein Säbelzahntiger auf uns wartet. Dieses Mal ist es der Chef im Nacken, das andauernde Klingeln des Telefons, der übervolle Terminkalender,die Kinder auf dem Rücksitz gepaart mit Termindruck… welcher uns zum Handeln zwingt. Der Grund mag ein anderer sein, doch die Reaktion deines Körpers ist dieselbe wie vor Jahrhunderten. 

Was sich jedoch verändert hat, ist die Häufigkeit. Unser Alltag sorgt für eine Vielzahl an Stressreaktionen und der Sympathikus mit all seinen Auswirkungen tut sein Bestes, um dich zu schützen, doch die fehlende Entspannung wird mit der Zeit noch seinen Preis fordern.

Warum Entspannung so wichtig ist

Der Parasympathikus sorgt für Ruhe und Erholung. Er hemmt die Aktivität und bringt dich in die Entspannung. Er sorgt für eine bessere Verdauung, baut wieder Reserven auf, welche in der sympathischen Aktivität benötigt werden und lädt deine Batterien wieder auf. Der Puls und Herzschlag verlangsamen sich, die Atmung wird wieder tiefer und ruhiger, die Verdauung wird gefördert und positiv beeinflusst. Diese sind unter anderem Aufgaben des Parasympathikus und hier erkennt man, wie wichtig auch dieser Teilbereich des Körpers in deinem Leben ist. 

Doch durch die ständige Aktivierung des Sympathikus und gleichzeitiges Ausbleiben des Parasympathikus kommt es zu einem Ungleichgewicht im Körper. Wie sollte unter anderem auch die Batterie aufgeladen, der Stoffwechsel in Balance gebracht und den Herz-Kreislauf wieder beruhigt werden, wenn auf einen großen Bereich vergessen wird: Der Entspannung und somit der Aktivierung des Parasympathikus?

Guter Stress, böser Stress

Da Stress, laut Wikipedia, eine erhöhte körperliche oder seelische Anspannung, Belastung, die bestimmte Reaktionen hervorruft und zu Schädigungen der Gesundheit führen kann, ist, sollte man hier auch nochmal genauer definieren. 

Stress wird sich im Leben nicht vermeiden lassen und kurz anhaltender Stress mit ausreichend Entspannung zwischen aktiven Intervallen wird vom Körper nicht unbedingt als großes Übel wahrgenommen. Wie oben beschrieben, wird bei langanhaltendem Stress unter anderem eine veränderte hormonelle Ausschüttung sowie eine beständige Leerung deiner Kraftreserven gegeben sein  Die daraus sich ergebende Liste, wie sich dauerhafter Stress auswirken kann, ist lang.

 

Stress und dessen Auswirkungen

 

Jedoch sollte man auch noch erwähnen, dass auch die Art des Stresses Einfluss auf die Auswirkungen nimmt. Es gibt tatsächlich guten und schlechten Stress.

Guter Stress

Guter Stress wird auch Eustress genannt und beinhaltet z.B. Herausforderungen des Alltags, welche uns Freude bereiten und unseren Fähigkeiten entspricht. Er treibt uns zur Leistungsgrenze an und wir wachsen über uns hinaus. 

Viele kennen das Gefühl mit echter Freude seine Arbeit zu machen, Sport zu treiben und über uns selber hinauswachsen oder das echte Läuferglück zu erleben, nach einem Hausputz kurz Sauberkeit genießen zu dürfen,… 

Solche Phasen des guten Stresses können durchaus ebenso intensiv sein, werden aber nicht als Belastung wahrgenommen. Doch kann auch hier die Waagschale kippen, wenn nicht auf ausreichend Erholung geachtet wird und die Dauer zu lange ist.

Kann guter Stress auch zu schlechtem Stress werden?

Disstress wird der negative Stress genannt, welcher negative körperliche, geistige oder/und seelische Auswirkungen zur Folge hat. Diese Art des Stresses wird von der betroffenen Person stets als belastend wahrgenommen und oft durch auferlegten Leistungs- und Zeitdruck getriggert. Die Person fühlt sich überbeansprucht, überfordert, fehl am Platz oder abgehetzt. Falsche Berufswahl, Dauerbereitschaft, Doppelbelastungen, Zukunftsängste, Geldnöte,… können Beispiele für Stressoren von negativen Stress sein.

Auch kann positiver Stress in Disstress ausarten, wenn man nicht auf die eigene Balance geachtet hat, einer zu langen Dauer ausgesetzt war oder eine mentale oder äußerlich bedingte Änderung erfahren hat.

Gegenregulierung: Komm zurück in den guten Stress und lass Entspannung in dein Leben

Es ist durchaus möglich, die Waagschale wieder ins Gute zu kippen. Sollten deine Gründe für negativen Stress grundlegende Problematiken mit sich bringen (falsche Berufswahl, selbst auferlegter Leistungsdruck…) werden meine Tipps dir nur bedingt helfen. Doch viele haben nur die Balance zwischen Entspannung und Aktivität verloren und sind vom guten Stress in den Disstress gerutscht. Die gute Nachricht: Man kann auch wieder zurück. Zieh die Handbremse und betrachte dein Leben. 

Wo kannst du ansetzen und was kannst du verändern, dass du wieder eine Qualitätssteigerung in deinem Leben erfährst und mit Gesundheit belohnt wirst?

Stelle deine Gesundheit in den Vordergrund. Baue dir bewusst Zeit ein um dir etwas Gutes zu tun. Entschleunige dein Leben und lenke es in die richtige Bahnen.

Die Möglichkeiten dies zu erreichen sind unglaublich vielseitig.

  • Sage nein,
  • nimm dir Auszeiten,
  • sei nicht ständig erreichbar,
  • stelle deine Bedürfnisse in den Vordergrund und versuche nicht den anderen alles recht zu machen,
  • überlege, welche negativen Auswirkungen für dich tragbar sind und was du verändern musst,
  • ….

Reize bewusst deinen Parasympathikus:

Doch vor allem Reize deinen Regeneration Mechanismus. Dein Parasympathikus braucht Unterstützung, da er in unserem Alltag gerne in den Hintergrund gedrängt wird. Die oben angeführte Statistik zeigt nur zu gut, was eine langandauernde Stressreaktion für Auswirkungen hat und beschert uns genügend Gründe, unserem Körper, etwas Gutes zu tun.  Durch Aktivierung des Parasympathikus füllst du deine “Batterien” auf, kommst wieder in die Entspannung und aktivierst wieder Bereiche, welche in der sympathischen Aktivität zu kurz gekommen sind.

  • Spaziergänge in der Natur
  • entspannte Bäder
  • autogenes Training
  •  Bewegung: Yoga, Tai- Chi, Qigong, ,…
  • Atemübungen
  • Meditationen
  • progressive Muskelentspannung nach Jacobsen
  • Entspannungsübungen
  • Massagen
  • und vieles mehr

können dir helfen bewusste Entspannung zu erleben. Doch auch einfaches entschleunigen, Musik hören, deine Zeit mit deinen Liebsten zu verbringen, Ausflüge, gemütliche Tage zu Hause ganz ohne an Arbeit zu denken können dir helfen dich zu revitalisieren. 

 

Warum Massage hier durchaus die richtige Wahl ist

Auch Massagen sind eine Überlegung wert. Eine Massage hat eine Vielzahl an Wirkungsweisen. Hast du gewusst, dass durch Erhalt einer Massage nicht nur dein Muskeltonus reguliert, Verspannungen gelöst und deine Durchblutung verbessert, sondern auch Endorphine und Serotonin freigesetzt werden und somit eine Massage schmerzhemmend und stimmungsaufhellend wirkt? Durch die Freisetzung von Serotonin, dem “Glückshormon”,  während einer Massage hast du zusätzlich eine angstlösende Wirkung, eine Verbesserung des Schlafes sowie eine Stimulierung deiner Gedächtnisleistung. Außerdem schafft sanfte Berührung oftmals das kreisende Gedankenkarussell abzustellen. Die damit erlebte Entspannung sorgt zusätzlich für Erleichterung und ist Balsam für deine Psyche. Viele empfinden auch eine spürbare Gelockertheit als befreiend und erleben zusätzlich auch noch einen kleinen Immunbooster, da die Massage durch die Verminderung von Adrenalin, Noradrenalin und Kortisol dein Immunsystem unterstützt. 

Egal für welche Auszeiten du dich entscheidest, zelebriere deine Entspannung und gönne dir genügend Ruhephasen, denn diese sind dein Schlüssel für ein produktives, gelungenes, genussvolles Leben. 

Entspannungspause Lisa Holzinger Nadine Holzinger

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